Kirchliche Gemeinschaftszentren sollen auch künftig für Gemeinwesenarbeit benützt werden können

Dringliche Interfraktionelle Motion FDP, SP, BDP/CVP, GFL/EVP, GB/JA!, SVP (Bernhard Eicher FDP/Rithy Chheng SP/Kurt Hirsbrunner, BDP/Claudio Fischer, CVP/Janine Wicki, GFL/Bettina Jans-Troxler, EVP/Regula Tschanz, GB/Seraina Patzen, JA!/Ueli Jaisli, SVP)

Geschäftsdetails (2015.SR.000212) auf der Website des Stadtrats

Aufgrund von Sparmassnahmen denkt der Kirchgemeinderat der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Petrus laut über eine Schliessung des kirchlichen Gemeinschaftszentrums „Treffpunkt Wittigkofen“, welches Teil des Zentrums Wittigkofen ist, nach. Konkret soll die entsprechende Liegenschaft verkauft werden. Die Räumlichkeiten werden aber nicht nur von kirchlichen Institutionen, sondern auch von im Quartier engagierten Organisationen benützt. So zum Beispiel vom Quartierverein Wittigkofen (www.gv-wittigkofen.ch). Der Verein veranstaltet unter anderem Flohmärkte, 1.-August-Umzüge, Jass-Turniere sowie Räbeliechtli-Schnitzete und bietet weitere Dienstleistungen wie den Verkauf von SBB-Tageskarten an. Besagte Räumlichkeiten können zudem für individuelle Quartieranlässe kostengünstig gemietet werden. Mit einer Schliessung des kirchlichen Gemeinschaftszentrums „Treffpunkt Wittigkofen“ wären all diese für den Zusammenhalt im Quartier wichtigen Aktivitäten gefährdet.

Die Angst vor einer Schliessung respektive vor einem Verkauf eines kirchlichen Gemeinschaftszentrums geht nicht nur im Quartier Wittigkofen um. Eine praktisch identische Situation ist im Kleefeld betreffend „Chleehus“ zu beobachten (vgl. dazu Motion 2014.SR.000344). Aufgrund der schwierigen finanziellen Situation diverser Kirchgemeinden ist davon auszugehen, dass die Schliessung respektive der Verkauf weiterer kirchlicher Gemeinschaftszentren drohen. Ebenfalls ist davon auszugehen, dass diese Zentren nicht ausschliesslich zu kirchlichen Zwecken genutzt wurden, sondern eng mit dem Engagement von Quartiervereinen verknüpft sind.

Ein Verlust der gesellschaftlich wichtigen Quartierarbeit, meist geleistet durch kleine Vereine und mit viel Freiwilligenarbeit, kann nicht im Interesse der Stadt Bern liegen. Die Motionärinnen und Motionäre fordern den Gemeinderat deshalb auf, erstens den oben beschriebenen Fall des „Treffpunkt Wittigkofen“ anzugehen und sich zweitens für eine gesamtheitliche Lösung stark zu machen.

Konkret wird der Gemeinderat beauftragt:

  1. sich bei der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Petrus, der evangelisch-reformierten Gesamtkirchgemeinde der Stadt Bern sowie bei einem allfälligen Käufer dafür einzusetzen, dass der „Treffpunkt Wittigkofen“ weiterhin für Gemeinwesenarbeit von Quartiervereinen zur Verfügung steht.
  2. mit der evangelisch-reformierten Gesamtkirchgemeinde der Stadt Bern eine gesamtheitliche Lösung für sämtliche gefährdeten kirchlichen Gemeinschaftszentren auf städtischem Boden zu suchen.

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