Bern klimaneutral bis 2035

Interfraktionelle Motion Fraktion GB/JA!, GFL/EVP (Regula Tschanz, GB / Janine Wicki, GFL)

Geschäftsdetails (2018.SR.000057) auf der Website des Stadtrats

Der Gemeinderat wird aufgefordert, in der nächsten Klima- und Energiestrategie die Zielsetzung festzuschreiben, dass die Stadt Bern bis 2035 klimaneutral wird, sowie entsprechende Massnahmen zu verankern.

Begründung

Die Klimaerwärmung ist weiterhin eine der grössten Herausforderungen der Menschheit. Die Auswirkungen des Klimawandels und der Erderwärmung sind weltweit spürbar. Das auch von der Schweiz unterzeichnete Abkommen der Klimakonferenz COP21 von Paris bezweckt, den globalen Anstieg der Temperaturen auf weniger als zwei Grad zu begrenzen.

Beim Klimaschutz kommt den Städten eine besondere Verantwortung zu: Städte sind für 70 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Oft genannte Musterschülerin für einen ambitionierten Klimaschutz ist Kopenhagen. Die Stadt will bereits 2025 «carbon neutral» und damit die weltweit erste klimaneutrale Hauptstadt werden. «Klimaneutral» ist eine Stadt dann, wenn sie einen Ausstoss von Treibhausgasen erzeugt, der das Weltklima unterhalb der Schwelle einer Erwärmung von 2 Grad halten kann. [1] Der Klimaplan [2] Kopenhagens definiert dafür Ziele in den vier Schlüsselbereichen Energieverbrauch, Energieproduktion, Mobilität und städtische Verwaltung und richtet sich auf eine enge Zusammenarbeit mit Akteuren aus Forschung und Wirtschaft aus. Mit seinen Bestrebungen steht Kopenhagen nicht alleine da. Berlin will bis 2050 klimaneutral werden, und auch Stockholm und Amsterdam haben konkrete Klimaneutralitätspfade vereinbart.

Mit dem Richtplan Energie und der Energie- und Klimastrategie hat die Stadt Bern zwar gute Grundlagen geschaffen, um den Energieverbrauch und den Ausstoss von Treibhausgas zu senken – jedoch in (zu) gemütlichem Berner Tempo. Bern hat aufgrund des angesehenen Kompetenzzentrums für Klimaforschung besonders gute Voraussetzungen, aber auch eine besonders hohe Verpflichtung, hier eine führende Rolle einzunehmen. Zudem ist die politische Akzeptanz von Massnahmen für den Umwelt-/Klimaschutz in der Stadt Bern hoch – Beispiel dafür ist etwa die Annahme der eidgenössischen Volksinitiative «Für eine nachhaltige und ressourceneffiziente Wirtschaft (Grüne Wirtschaft)» mit einem Ja-Stimmenanteil von 56,5 Prozent in der Stadt Bern.

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